[freifunk-public] WLAN-Namen für offline-Knoten ändern?

Kim Meiser kim.meiser at gmail.com
Mo Nov 27 09:50:42 CET 2017


Zu dem Thema "SSID umbenennen wenn Offline" äußere ich mich mit einem
entschiedenen, klaren *Jein*.

Aus meiner Sicht wäre es wünschenswert, wenn der "mündige Nutzer" sich mit
der Idee Freifunk auseinandersetzt und wertschätzt, dass Freifunk ein
freies, unzensierbares Netz darstellt, und kein ISP-Ersatz sein will. Dann
akzeptiert man auch gern, dass es einzelne Freifunk-Knoten ohne
Internet-Uplink gibt. Ich schließe mich auch dem vorliegenden Argument an,
dass die "Nichtverfügbarkeit des Internets in der Freifunk-Wolke als Chance
zu begreifen [ist], sich auf lokale Dienste zu besinnen." [1]

Leider läuft mein Wunsch völlig an der Realitiät vorbei. Und es ist auch
richtig, dass nichts den Anwender mehr frustriert als "WLAN ist verbunden,
Internet nicht erreichbar". Die einzig in der Realität vorkommende
Schlussfolgerung lautet immer "Freifunk ist kaputt". Das finde ich sehr
schade, denn was eigentlich als Stein des Anstosses zum Nachdenken genutzt
werden könnte, schadet Freifunk mehr, als es nützt.Dennoch sollten wir bei
dieser Diskussion darauf achten, Freifunk in seiner Idee zu erhalten, und
nicht ausschließlich die "WLAN-Hotspot-Sicht" einzunehmen. Viele Argumente
für und gegen die Kennzeichnung von "Offline"-Knoten wurden bereits hier
[2] genannt.

Falls sich die Saar-Community für eine Kennzeichnung von Offline-Knoten
aussprechen sollte, hätte ich folgende Anmerkungen:

* Umbenennen der SSID (so wie von dir vorgeschlagen) finde ich viel besser
als abschalten der SSID, da man auch dann noch Freifunk als Mesh verwenden
kann, wenn kein Internet-Uplink besteht.
* "Offline" finde ich als Indikator ungeeignet, da das Mesh-Netz evtl.
weiterhin erreichbar ist. "Keine Internetverbindung" wäre schöner, ist aber
zu lang. Ich schlage daher "saar.freifunk.net-ohneInternet" oder
"saar.freifunk.net-noInternet" als SSID im Offline-Fall vor.
* Das prüfen der Internet-Erreichbarkeit sollte häufig durchgeführt werden,
so dass das umschalten zeitnah nach Verbindung bzw. Unterbrechung der
Internetverbindung erfolgt. Also beispielsweise lieber eine Prüfung jede
Minute, nicht jede Nacht.
* Falls es eine Entscheidung dafür gibt, müssen wir die Gründe, die
mehrheitlich zur Entscheidung geführt haben, mitsamt den aufgebrachten
Gegenargumenten auf der Webseite dokumentieren, so dass die Abwägung der
Entscheidung auch für Menschen nachvollziehbar bleibt, die nicht auf dieser
Mailingliste abonniert sind.
* Neben der Begründung wünsche ich mir auch eine transparente Kommunikation
der Kriterien, die zur Umbennenung der SSID führen.


Kim


[1] https://forum.freifunk.net/t/wer-arbeitet-an-dem-script-
wlan-abschalten-bei-internetausfall/871/11
[2] https://forum.freifunk.net/t/gluon-freifunk-ssid-bei-
fehlendem-uplink-automatisch-umbenennen/569/11

Am 27. November 2017 um 09:04 schrieb Ralf Jung via freifunk-public <
freifunk-public at saar.freifunk.net>:

> Hallo allerseits,
>
> wir (im Admin-Team) haben kürzlich über eine Änderung am Freifunk-Netz
> nachgedacht, die ich gerne mit der ganzen Community, also mit euch,
> besprechen würde, bevor wir irgendwas umsetzen.
>
> Es geht dabei um das folgende Problem:  Irgendwo steht ein
> Freifunk-Knoten und spannt das WLAN "saar.freifunk.net" auf.  Allerdings
> hat der Knoten gerade kein Internet, z.B. weil der Mesh-Uplink
> unerwartet weggefallen ist.  Nun verbindet sich ein Nutzer mit diesem
> Knoten, will ins Internet, und das klappt nicht -- zurück bleibt der
> Eindruck, Freifunk funktioniere nicht.
>
> Eine mögliche Gegenmaßnahme wäre die, dass man die SSID (also den
> WLAN-Namen) der Knoten ändert, wenn der Knoten kein Internet hat.  Das
> Netz könnte dann zum Beispiel "saar.freifunk.net (offline)" heißen.  Das
> verhindert, dass Nutzer unerwartet kein Internet bekommen.  Ein
> technisches Problem mit dieser Lösung ist, dass bei einem SSID-Wechsel
> alle Clients vom WLAN getrennt werden -- wenn der Knoten also offline
> war, und dann Internet bekommt (oder umgekehrt), müssen sich erstmal
> alle Clients neu verbinden.  Allerdings ist das u.U. sowieso eine gute
> Idee, damit die Clients auch per DHCP eine funktionierende IPv4 bekommen.
>
> Das Hauptproblem bei diesem Vorschlag -- und der Grund, warum eine
> solche Funktionalität meines Wissens nicht in Gluon eingebaut ist -- ist
> eher politischer Natur:  Freifunk ist mehr als nur Internet, es ist auch
> ein Community-betriebenes Meshnetz.  Lokale Meshnetze funktionieren
> weiterhin, wenn der Uplink weg ist, und diese Unabhängigkeit von
> zentraler Infrastruktur ist ein wichtiger Aspekt von Freifunk.
>
> Allerdings muss man m.E. auch anerkennen, dass die überwältigende
> Mehrzahl unserer Nutzer Freifunk ausschließlich nutzt, weil es darüber
> Internet gibt.  Zudem ist es ja nicht so, dass offline-Meshes nicht mehr
> klappen -- man muss nur sein Gerät mit "saar.freifunk.net (offline)"
> verbinden.
>
> Was meint ihr dazu?  Sollten wir den WLAN-Namen anpassen, wenn der
> Knoten keine Verbindung zu einem unserer Gateways hat, oder nicht?  Und
> falls ja, wie sollte das WLAN ohne Verbindung heißen?  Wir würden dazu
> gerne eure Meinung hören!
>
> Viele Grüße,
> Ralf
> --
> freifunk-public at saar.freifunk.net - Diskussion und Hilfe der Freifunk
> Saar Community.
> Verwaltung: https://lists.hacksaar.de/listinfo/freifunk-public
> Abbestellen: freifunk-public-unsubscribe at saar.freifunk.net
>
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